El alambrado de vasijas en el pasado, para protegerlas del uso diario.

Das Umdrahten von Gefäßen früher – Schutz für den täglichen Gebrauch

Früher wurden Krüge und andere Gefäße mit einem Drahtgeflecht ummantelt, um sie im täglichen Gebrauch zu schützen. Dieses „Eindrähten“ oder Umnetzen übernahmen meist Kesselflicker bzw. Blechschmiede. Durch dieses schützende Metallnetz wurden Wasserkrüge und andere Gefäße widerstandsfähiger gegen Stöße, Reibung und Abnutzung.

Normalerweise verwendete man Eisendraht, mit einem geringeren Durchmesser als bei den Metallklammern aus dem vorherigen Beitrag, damit er sich leichter biegen und verarbeiten ließ.

Zuerst wurde am oberen Teil des Gefäßes, rund um den Hals, ein Drahtreifen gelegt. Von diesem Ring aus gingen mehrere lange Drahtstreifen nach unten, die anschließend Stück für Stück verflochten wurden.

Wie gesagt, entstand das Netz nach und nach – mit Hilfe einer Zange – und wurde bis zum unteren Bereich des Gefäßes weitergeführt, wo es in einem weiteren Ring endete. Es gab viele verschiedene Formen und Stile dieser Drahtnetze, die sich je nach Region oder Land unterschieden. So variierte zum Beispiel die Anzahl der Drähte, die vom oberen Ring ausgingen, je nach Handwerker: je mehr Drähte, desto dichter das Netz und desto besser der Schutz des Kruges.

Einen größeren Topf oder Kessel zu „eindrähten“ konnte man in etwa einer halben Stunde fertigstellen.

Damit der Draht besser formbar wurde, ging man vor Beginn des oben beschriebenen Prozesses so vor: Der Draht wurde erhitzt und anschließend langsam wieder abgekühlt. Durch diesen Vorgang werden die inneren Spannungen im Metall abgebaut und die Duktilität erhöht, sodass er sich leichter bearbeiten und biegen lässt, ohne zu brechen.

Auch hierbei unterschieden sich die Arbeitsweisen von Region zu Region deutlich – etwa bei der maximal erreichten Temperatur oder der gesamten Erwärmungszeit. Meist arbeitete man „nach Gefühl“, gestützt auf viele Jahre Erfahrung. In manchen Gegenden ließ man den Draht nicht einfach an der Luft abkühlen, sondern bettete ihn nach dem Erhitzen in Sand oder Kalk. Durch dieses langsamere Abkühlen erhielt der Draht eine noch größere Flexibilität.

Wir finden es sehr schön, dass viele dieser Handwerker die physikalischen Hintergründe dieses „Glühens“ bzw. Anlassens (innere Spannungen, Temperaturbereiche der Metalle usw.) nicht im wissenschaftlichen Sinn kannten – und dennoch wussten sie aus Erfahrung oft besser als wir, wie man es in jedem einzelnen Fall richtig macht.

Wir hoffen, dieser Beitrag hat euch gefallen. Wenn ihr möchtet, dass wir noch Gewohnheiten oder Beispiele aus anderen Regionen ergänzen, die wir vielleicht nicht kennen, schreibt uns gern – wir nehmen sie mit großer Freude auf.

Vielen Dank fürs Lesen!

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