Hochbrand in der Keramik: Oxidations- und Reduktionsbrand erklärt
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Erinnern wir uns an das, was wir in früheren Beiträgen besprochen haben: Der Hochbrand (Glasurbrand) ist der zweite Brand nach dem Schrühbrand. In dieser Phase wird die Glasur dauerhaft mit der Oberfläche des Stücks verbunden.
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Die am häufigsten verwendete Technik ist der Oxidationsbrand, der in der Regel in Elektrobrennöfen durchgeführt wird. Es ist die einfachste Technik und diejenige, die von den meisten Keramikern genutzt wird. Wenn du erst anfängst, empfehlen wir dir keine andere Brenntechnik als diese.
Die Oxide reagieren mit den typischen Farben der Oxidation (z. B. ergibt Kupferoxid ein Grün).
Beispielfoto eines typischen Elektroofens im Oxidationsbrand:

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Die Reduktionsbrand-Technik hingegen wird in Gasöfen (oder anderen Öfen wie Holz-, Dieselöfen usw.) angewendet. Dabei wird der Sauerstoff im Ofen abgeschnitten, sobald die Reduktionsphase beginnt (ungefähr zwischen 1000 und 1050 °C). Auf diese Weise entsteht eine unvollständige Verbrennung der kohlenstoffhaltigen Stoffe.
Wenn also mehr Kohlenstoff vorhanden ist, als Sauerstoff im Ofen zur Verfügung steht, kann die Verbrennung nicht vollständig stattfinden (da dafür ausreichend Sauerstoff nötig ist). Es entstehen Kohlenstoff und Kohlenmonoxid. Diese „reißen“ dem Ton und den Glasuren Sauerstoff weg, und dieser reduzierende Effekt beeinflusst die Farbe der im Ton und in der Glasur enthaltenen Oxide. So ergibt Kupferoxid im Oxidationsbrand, wie gesagt, einen grünen Farbton, im Reduktionsbrand hingegen einen Rotton.
Zum Schluss möchten wir noch einmal betonen, dass die Reduktionstechnik im Allgemeinen schwieriger zu erlernen und zu beherrschen ist als der Oxidationsbrand.