Jingdezhen: Reisetipps zur Porzellanhauptstadt Chinas für Keramikliebhaber
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Jingdezhen ist im Vergleich zu anderen großen Städten Chinas eine eher kleine Stadt (Einwohnerzahl: ca. 1,6 Millionen). Ihre Bedeutung ist jedoch enorm – sowohl historisch als auch als Quelle des Reichtums in der Provinz Jiangxi. Es gibt Nachweise dafür, dass dort bereits seit mindestens 1800 Jahren Porzellan hergestellt wird, und die Stadt beherbergte kaiserliche Öfen verschiedener Dynastien.
Ein Detail, das man schon an den Autobahnmautstellen von Jingdezhen sieht: Die Stadt ist voller chinesischer Kultur – zum Beispiel sind die Straßenlaternen aus Keramik, auf den Kreisverkehren stehen Tonskulpturen usw.
Wir empfehlen einen Besuch in dieser Wiege des Porzellans. Früher hatte Jingdezhen keinen Hochgeschwindigkeitsbahnhof, aber inzwischen kann man von Shanghai aus in etwa 3 Stunden und 15 Minuten anreisen. Eine andere Möglichkeit ist das Flugzeug, da die Stadt auch über einen Flughafen verfügt.
Es ist nicht der typische Ort, den man einfach zu Fuß komplett erkunden kann – wie es zum Beispiel in Mashiko in Japan, einer anderen „Wiege der Keramik“, eher möglich ist. Die Sehenswürdigkeiten in Jingdezhen sind über die Stadt verteilt, und normalerweise besucht man einen Ort, nimmt dann ein Taxi und fährt etwa 20 Minuten weiter zum nächsten. Eine andere Option ist eine Bustour, bei der man an einem Tag 4 oder 5 interessante Punkte besucht. Zum Beispiel fährt man zunächst zu einem kaiserlichen Ofen und dem angrenzenden Markt, hat dort etwas freie Zeit und wird danach zu einem weiteren Highlight gebracht – ähnlich wie bei organisierten Rundreisen.

Wir empfehlen, etwa zwei Nächte in Jingdezhen zu bleiben, um die Stadt in Ruhe genießen zu können. Man könnte aber problemlos auch eine ganze Woche dort verbringen, denn es werden zum Beispiel Töpferkurse angeboten usw. Außerdem werden Ausflüge in andere Dörfer organisiert.

Das Keramikmuseum ist sehr sehenswert. Der Eintritt ist kostenlos, aber die Anzahl der Tickets pro Tag ist begrenzt. An vielen Feiertagen oder besonderen Tagen sind die Tickets schnell vergriffen (in solchen Fällen werden die kostenlosen Eintrittskarten oft „weiterverkauft“, denn es gibt Leute, die sich gezielt Tickets für stark nachgefragte Tage sichern). Bei unserem zweiten Besuch in Jingdezhen sind wir wieder ins Museum gegangen und mussten die Karten auf diese Weise „kaufen“.
Jingdezhen China Ceramic Museum


Es gibt viele Märkte, ganze Straßen mit Keramikläden und sogar Einkaufszentren mit mehreren Etagen, die ausschließlich dem Verkauf von Keramik gewidmet sind.



Handeln gehört überall dazu – sowohl auf der Straße als auch in Einkaufszentren. Wenn die Verkäufer merken, dass du dich für ein bestimmtes Stück interessierst, bieten sie dir von sich aus einen besseren Preis an als den ausgeschriebenen.
Das Schöne an Jingdezhen ist, dass man in Industriegebiete fahren und sehen kann, wie Gipsformen und Keramikstücke produziert werden. Man kann praktisch in jede Werkstatt hineinschauen und beobachten, wie dort an der Scheibe gearbeitet oder glasiert wird… Man darf in den Alltag der Kunsthandwerker eintauchen – aber auch in den der Serienproduzenten – und so die von ihnen verwendeten Techniken kennenlernen. Bitte einfach um Erlaubnis, hineinzugehen und zuzuschauen – in den allermeisten Fällen werden sie gerne zustimmen.


Es gibt außerdem moderne Galerien und Räume für zeitgenössische Kunst.

Wir hoffen, in Zukunft ein drittes Mal hinfahren zu können und euch dann wieder von den Neuigkeiten berichten zu können.

Danke, dass ihr bis hierher gelesen habt.