Grundlegende Töpfertechniken
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Wir machen einen Einstiegsbeitrag und streifen die wichtigsten Töpfertechniken – vom Handaufbau bis zur Arbeit an der Drehscheibe.
1) Handaufbau / Daumendruck (Pinch Pot)
Die Daumendruck-Technik gehört zu den ältesten und einfachsten Methoden. Man formt den Ton ausschließlich mit den Händen – ganz ohne Werkzeuge oder Scheibe.
Vorgehen: Aus einer Tonkugel wird mit den Daumen eine Höhlung gedrückt und mit den Fingern weiter ausgearbeitet. Ideal für kleine Schalen oder dekorative Figuren.
Vorteile: Sehr viel Form- und Texturkontrolle; perfekt für Einsteiger und organische Formen.
2) Wulsttechnik (Coiling)
Die Wulst- bzw. Wursttechnik ist weit verbreitet und erlaubt größere, komplexe Formen.
Vorgehen: Lange Tonwülste werden spiralförmig oder ringweise aufeinandergesetzt und anschließend miteinander verstrichen/verdichtet, sodass eine gleichmäßige Wand entsteht.
Vorteile: Hervorragend für große Gefäße oder aufwendige Aufbauten – ohne Scheibe.
Oft glätten wir die Wände nach dem Setzen der Wülste. Die Methode lässt aber viel Spielraum – z. B. bei experimentellen Ansätzen, in denen die Wülste sichtbar bleiben und nicht geglättet werden.

3) Plattentechnik (Slab Building)
Mit Platten lassen sich klare, konstruktive Formen aufbauen.
Vorgehen: Ton wird mit einem Rollholz zu gleichmäßigen Platten ausgewalzt und dann zugeschnitten und zusammengesetzt – z. B. zu Kästen, Tellern oder abstrakten Objekten. (Bei häufigem Einsatz oder größeren Mengen empfiehlt sich eine Plattenwalze statt des Rollholzes.)
Vorteile: Ideal für flächige oder kantige Formen und für Textur-/Stempelarbeiten.
Gearbeitet wird mit weichen oder lederharten Platten. Lederhart bedeutet: so weit angetrocknet, dass die Platte selbsttragend ist – perfekt für exakte Geometrien.

4) Drehen an der Töpferscheibe (Wheel Throwing)
Die Scheibe ist ikonisch – sie verlangt Übung, belohnt aber mit Präzision.
Vorgehen: Ein Tonbatzen wird zentriert und beim Drehen mit den Händen hochgezogen und geformt. So entstehen symmetrische Gefäße wie Schalen, Tassen und Vasen.
Vorteile: Dünnwandige, gleichmäßige Formen; sehr gut für serielle Arbeit.
5) Formen (Molding)
Unter „Formen“ fassen wir Pressen und Gießen zusammen.
Vorgehen:
Pressformen: Ton wird mit der Hand in/über eine Form (meist Gips) gedrückt.
Schlickerguss: Flüssiger Ton (Schlicker) wird in eine Gipsform gegossen; nach dem Ansteifen wird überschüssiger Schlicker ausgegossen, getrocknet und die Rohform entformt und nachbearbeitet.
Vorteile: Ideal für Serien mit komplexen Konturen und feinen Details, die von Hand schwer zu erzielen wären.
Beispiel: Eine einfache Herzform aus Gips liefert nach dem Ausgießen wiederholgenaue Stücke.
Formen sind nicht nur für Simplemengen gedacht – auch anspruchsvolle Projekte profitieren davon.

